Boon vs bunq

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GabZach
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Boon vs bunq

Beitrag von GabZach » Do 14. Feb 2019, 23:52

Hat jemand Erfahrung mit diesen beiden virtuellen Karten?
Mich interessieren echte Erfahrungen von Leuten, die beides über etliche Tage im Alltag ausprobiert haben.
Ist bunq den deutlich höheren Preis (8 Euro vs 1,50) wert?
Wenn ich es richtig sehe , zahlt man bei bunq immerhin 8*12= 100 Euro im Jahr.

ulrich
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Re: Boon vs bunq

Beitrag von ulrich » Fr 15. Feb 2019, 08:05

bunq bietet auch eine maestro Karte, das war es dann aber auch mit den Vorteilen. bunq hat wirklich toll losgelegt, aber jetzt hat das Marketing das sagen. Features verschwinden kommentarlos und das ganze ist für mich keine 8€ im Monat wert. Habe letzten Monat mein letztes Konto dort geschlossen.

boon bietet immer mal wieder Bonus Aktionen.

Habe bei beiden hunderte von Transaktionen. boon ist nur zum mobilen Zahlen da und das macht es sehr gut. bunq ist eine Bank aber es fehlen Kreditkarten und Bargeld Einzahl Möglichkeiten. Daher comdirect statt bunq für mich.

LMC
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Re: Boon vs bunq

Beitrag von LMC » Sa 16. Feb 2019, 16:08

Kurzzeitig hatte ich sowohl bunq als auch boon.

Oberflächlich betrachtet erschien es als Vorteil, dass bunq auch eine Maestro Karte anbietet, weil man als Laie im Bereich Payment davon ausging, dass die Maestro Karte wie eine deutsche Girocard da eingesetzt werden kann, wo keine "Kreditkarten" sondern eben nur die Girocard akzeptiert wird (die ja auch ein Maestro Logo hat). Das hätte die zahl der Akzeptanzstellen in Deutschland nochmals deutlich erhöht.

Es hat sich doch dann relativ schnell heraus gestellt, dass dem nicht so ist.(Beitrag von payday hier im Forum im Thread "Welche Banken unterstützen die Maestro Card für Apple Pay?" vom 16.11.18)

Da wo Maestro akzeptiert wird, wird auch Girocard akzeptiert, weil die Girocard auch eine Maestrocard ist. Umgekehrt funktioniert das leider nicht, denn eine Maestro Card ist nicht zwangsläufig eine Girocard. Und speziell die Maestrocard von bunq ist keine Girocard.

Damit hat sich der vermeintliche Vorteil von bunq eigentlich in Luft aufgelöst, denn bunq kostet immerhin € 8 p.M. und man muss ein zusätzliches Bankkonto administrieren. Insofern erschließt sich mir der Vorteil von bunq nicht.

In diesem Zusammenhang stelle ich hier mal aus meiner Sicht die Auswahlkriterien für  Pay bzw. die Fragen dar, die man sich im Zusammenhang mit  Pay stellen sollte, dar.

Bei der Auswahl der richtigen Karte für  Pay muss man sich darüber im Klaren sein, ob man z.B.

1. eine Lösung mit einem neuen bzw. zusätzlichen Bankkonto bevorzugt.
Wenn man ein zusätzliches Bankkonto administrieren will bzw. seine Bank wechseln will, weil bisherige Bank  Pay vielleicht noch nicht unterstützt, bieten sich bunq, Comdirect, Dt.Bank, Fidor, Hypo VB, N26, Revolut oder Vimpay an.
Bei den meisten Anbietern sind die ausgegebenen Karten dann Debitkarten. D.h., die Belastung funktioniert nur bei Guthaben auf dem neuen Bankkonto und wird sofort belastet. Lediglich die HVB scheint auch eine Kreditkarte anzubieten (wobei mir noch nicht 100%ig klar ist, ob die mit  Pay kompatibel ist oder eben doch nur die Debitkarte).
Von den Kosten her erscheint mir Comdirect als sehr attraktiv, da man dort nicht nur € 100 Startguthaben erhält sondern auch über 24 Monate € 2 Gutschrift bekommt und die Kontoführung danach auch kostenfrei sein soll. Dass bei Comdircect die Identität über das Post-Ident-Verfahren festgestellt werden muss, sehe ich persönlich bei eine Entscheidung, wo man sein Bankkonto führen will, nicht als wirklichen Nachteil an. Es dauert halt ca. 1-2 Wochen bis alles eingerichtet ist, doch ist mir das ehrlich gesagt lieber als windige Identifizierungsverfahren von einigen Internetbanken. Aber das muss natürlich jeder selber entscheiden.
Fidor, N26, Revolut und Vimpay haben in der Basisvariante, die meist sehr unattraktive Bedingungen hat, keine monatlichen Kosten und die übrigen (bunq, DB, HVB) kosten in der Basisvariante € 6 bis € 8 mtl.
Wenn das  Pay fähige neue Konto ein zusätzliches Konto ist, muss man natürlich regelmäßig dafür sorgen, dass genug Guthaben auf dem Konto ist, da  Pay sonst nicht funktioniert. Das finde ich persönlich zu aufwändig - halt eine Sache mehr, auf die man aufpassen muss.

2. mit einer Pre-Paid Lösung á la boon leben kann.
Das funktioniert am besten, wenn man eine andere Kredit- oder Debitkarte hat, mit der man über die Funktion automatisches Aufladen die Prepaid-Karte automatisch nachladen kann. Das jährlich Limit hierfür liegt bei € 10.000, was für die meisten reichen sollte. Wer mehr braucht, muss die Prepaid-Karte per Banküberweisung aufladen. Die monatlichen Kosten von € 1,49 kommen meist über Cash-Back Aktionen wieder rein.
Dies ist eine sehr schlanke Lösung für alle, deren bisherige Bank bei  Pay noch nicht mitmacht und die an ihren übrigen Geschäftsbeziehungen wenig ändern wollen. Das automatische Aufladen funktioniert extrem reibungslos und bequem. (Ich nutze boon. u.a. auch, weil ich beim Nachladen über meine Miles & More Kreditkarte dann auch immer noch meine Meilen bekomme, obwohl ich dann hinterher mit boon. und nicht mit der M&M Mastercard bezahle.)

3. eine echte Kreditkarte bevorzugt.
Hier bleiben dann noch Amex und Hanseatic Bank, deren Karten die Umsätze monatlich sammeln und dann vom bestehenden Hauptgirokonto der "eigenen" Bank abbuchen. Je nach Bonität gibt es hier einen monatlichen Verfügungsrahmen, der z.B. bei Hanseatic bei € 3.500 liegt. Die Karte bei Hanseatic ist in der Basisversion kostenfrei und in der "Gold"version entfällt die Gebühr von € 30 p.a. bei Umsätzen von über € 3.000. Die Kosten bei Amex habe ich nicht recherchiert.
Auch dies ist eine schlanke Lösung für alle, die ihre bisherige Bank nicht wechseln wollen und für die z.B. der Aspekt des Meilensammelns nicht wichtig ist.

Aus den o.g. Gründen war für mich bunq letztlich vollkommen unattraktiv. Als ich das Konto dort wieder geschlossen habe, wurde ich natürlich gefragt, warum? Meine Erklärung stieß dort auf viel Verständnis und man hat zugegeben, dass die Maestro Karte in Deutschland eigentlich nicht viel bringt, weil die Girocard Funktion fehlt. In den Niederlanden ist es genau umgekehrt.

Vielleicht liegt es am eigenen IQ, aber ich habe ziemlich lange gebraucht, bis ich die richtige Konstellation für mich gefunden hatte. Ich hoffe, die obige Kategorisierung hilt auch anderen, die richtige Wahl zu treffen. Das Ganze erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit.

GabZach
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Re: Boon vs bunq

Beitrag von GabZach » So 17. Feb 2019, 20:48

Vielen Dank an eure Erfahrungsberichte und die ausführlichen Erläuterungen . Das hilft mir schon sehr weiter (und hoffentlich auch anderen).

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